Tauber Zeitung 26.01.2002
Einmal der King of Rock ‘n’ Roll sein
Als Elvis-Imitator mit Las-Vegas-Feeling auf der Bühne gestanden
Einmal wie Elvis Presley auf der Bühne und sich im Applaus baden. Olav Wischulke erfüllte sich diesen  Traum.Einmal wie Elvis Presley auf der Bühne stehen und das Publikum kreischen hören. Diesen Lebenstraum  erfüllte sich der Bad Mergentheimer Olav Wischulke, als er vor kurzem auf an einem dreitägigem Elvis-  Imitatorenwettbewerb teilnahm. BAD MERGENTHEIM ¦ 500 erwartungsvolle Elvis-Fans sitzen im River  Palms Resort Casino Laughlin, in einem eher ruhigerem Vorort von Las  Vegas, und warten auf den absoluten Superstar des amerikanischen  Rock ´n´ Roll auf Elvis Presley, der zwar nicht mehr lebt, aber auch  durch nichts tot zu kriegen ist, denn sein Mythos ist gigantisch.  60 Elvis-Imitatoren warten nervös auf ihre Show. Mit auf der Bühne  werden alte Weggefährten von Elvis den Ton angeben. Ehemalige  Musiker des Herzensbrechers greifen zu den Instrumenten und The  Jordanaires plaudern aus alten Zeiten. Unter den Elvis- Imitatoren ist  auch Olav Wischulke aus Bad Mergentheim, der mit Baldrian vergeblich  gegen das Lampenfieber kämpft. Plötzlich wird sein Name aufgerufen. Er betritt die Bühne. Das Publikum  ist im grellen Scheinwerferlicht kaum zu erkennen. Er hält das Mikrofon  an den Mund. Die Musik setzt ein und er schmettert Viva Las Vegas im  Glitzerkostüm. Die Fans kreischen und beruhigen sich erst wieder beim  zweiten Song, der es etwas langsamer angehen lässt: For The Good  Times. Entzückte weibliche Fans pilgern an den Bühnenrand und wollen  ihrem Idol nahe sein. Heftiger Applaus und schon ist der nächste in  Elvis-Robe dran.  Olav ist im normalen Leben Kfz-Meister und tingelt erfolgreich mit seiner  Freizeit-Band The Evergreens übers Land. Deutsche und englische  Schlager haben sie drauf und greifen auch gerne auf Elvis-Songs  zurück. Dass seine Stimme dabei dem großen Meister sehr nahe kommt,  wurde ihm immer wieder bestätigt, und letztlich war es seine Frau, die ihn drängte als Elvis aufzutreten. Das tat  er dann auch bei Hochzeiten zum Beispiel, und nun kam der fantastische Wettbewerb in Laughlin bei Las Vegas.  Dort war er der einzige deutsche Vertreter, und den Sprung über den großen Teich hatte er sogar ohne  Teilnahme an der Vorentscheidung geschafft. Sein Bewerbungsmaterial hatte schlicht und einfach Eindruck  gemacht. Nach dem ersten Durchgang auf der Bühne gehört Olav Wischulke zu den besten zehn Imitatoren dieses  Wettbewerbs, der jährlich durchgeführt wird und nicht nur viele Fans anlockt, sondern auch Prominente und  Leute aus dem ehemaligen Presley-Clan wie zum Beispiel den Brillenmacher und Juwelier von Elvis, sein  Leibwächter oder Donna Presley, eine Cousine des King of Rock & Roll.  Nun mussten sich die zum Teil recht beleibten Elvis-Darsteller nochmals der Jury stellen, die sich aus Richtern  und Oberstaatsanwälten zusammensetzte. Olav holte zum zweiten Mal aus und präsentierte seine beiden Lieder.  Allerdings passierte ihm dann ein Missgeschick: Die Akustik auf der Schweiß treibenden Bühne war nicht  einwandfrei. Olav konnte sich nicht richtig hören, also lief erlos, mischte sich unters kreischende Publikum,  stand wie im Rausch und plötzlich hing eine Frau an seinem breiten Elvis-Gürtel und riss in ab. Dabei hatte er  offenbar nicht die beste Figur abgegeben und auch das berühmte erotische Hüftkreisen des "Elvis the Pelvis" ist  noch nicht so ganz seine Sache, wie er selbstkritisch einräumt. Also musste er sich, der ausgezogen war, um zu  siegen, mit Platz vier zufrieden geben. Aber was soll's. Der 34-Jährige hat sich einen Lebenstraum erfüllt. Er stand umjubelt in der Spielerstadt auf der  Bühne, hat Autogramme gegeben und das Publikum kreischen gehört. Beim nächsten Wettbewerb ist er wieder  dabei, aber diesmal hoffentlich mit jenem hinreißenden Hüftschwung, der Elvis unsterblich gemacht hat.